Geselle
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Ein Geselle (von althochdeutsch: gisello, gisellio) ist ein Handwerker, der eine Ausbildung in einem Beruf des Handwerks durch Bestehen der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer erfolgreich abgeschlossen und infolge dessen den Gesellenbrief erhalten hat. Er ist einem Facharbeiter gleichgesetzt.
In und nach dem Mittelalter war es üblich, dass junge Handwerksgesellen nach ihrer Gesellenprüfung in ihrer Zunftkleidung erst einmal für einige Jahre auf Wanderschaft gingen, um in weiter entfernt liegenden Handwerksbetrieben bei anderen Meistern der Zunft Erfahrungen zu sammeln und ihr Handwerkskönnen zu vertiefen. Die Wanderjahre, auch auf der Walz sein genannt, waren im Mittelalter eine Voraussetzung, um Handwerksmeister werden zu können. Heutzutage gibt es diese Pflichtwanderjahre nicht mehr, manche junge Gesellen pflegen dieses Brauchtum dennoch.
Als Wildreisende werden reisende Gesellen bezeichnet, die nicht den Regeln der traditionellen Wanderschaft als Handwerker nachgehen. So reisen sie nicht in der traditionellen Zunftkleidung, haben das Höchstalter meist überschritten und erfüllen bzw. befolgen nicht die Regeln der Reisezeit und sonstige zünftige „Regelungen“.
In der Freimaurerei ist der Geselle der zweite, mittlere Grad der Einweihung.
Außerdem bezeichnet Geselle umgangssprachlich einen Teilnehmer einer Gesellschaft, der etwa mit anderen zusammen isst (Tischgesellschaft) oder reist (Reisegesellschaft).
Siehe auch
Weblinks
wikisource|Bekanntmachung, betreffend die Redaktion der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich#II. Verhältnisse der Gesellen und Gehülfen.|Gewerbeordnung 1883, Abschnitt Verhältnisse der Gesellen und Gehülfen (Deutsches Reich)
Kategorie:Handwerkstradition
Kategorie:Wirtschaftsgeschichte
Kategorie:Berufsbildung
cs:Tovaryš
da:Svend (stilling)
Journeyman
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lt:Pameistrys
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