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Goldschmied

05.09.2010 @ 08:57, VH-Halle,

Dieser Artikel|behandelt einen Beruf. Für andere Bedeutungen des Wortes siehe Goldschmied (Begriffsklärung)

Der Beruf Goldschmied ist das wahrscheinlich älteste Metallhandwerk der Welt. Gold kam in den Flussläufen in gediegener Form vor und war das erste, den Menschen bekannte Metall. Goldschmied ist die Berufsbezeichnung für einen Handwerker, der Schmuck und Gegenstände aus Edelmetallen herstellt. Der zulassungsfreie, aber sehr umfang- und kenntnisreiche Beruf erfordert handwerkliches Geschick und auch künstlerische Fähigkeiten. Bei den Goldschmieden findet auch heute noch oft die gesamte Materialbearbeitung im eigenen Hause statt. So werden die Metalle oft selbst legiert, geschmolzen, gegossen, gewalzt und zu Blechen oder Drähten verarbeitet. Die Werkstoffe werden darüber hinaus mit einer Vielzahl von Methoden bearbeitet. Z. B.: Schmieden, Hartlöten, Nieten, Fügen, Schweißen, usw.

Verarbeitet werden in der Regel Edelmetall-Legierungen (Gold, Platin, Silber, Palladium) und für die weitere Ausgestaltung eine Vielzahl von weiteren Materialien, wie beispielsweise Edelsteine, Perlen, Elfenbein, Emaille und Gummi (Kautschuk). Des Weiteren kommen Edelstahl und eher selten Eisen, Buntmetalle sowie Holz und auch Kunststoff zum Einsatz.

Der Beruf ist je nach Fertigungsschwerpunkt stark von handwerklicher Arbeit geprägt und selten industriell arbeitsteilig strukturiert. Fantasie, Geduld und ausgeprägte motorische (Auge-Hand-) Fähigkeiten sind Voraussetzungen für die überwiegend im Sitzen am Werkbrett ausgeführten Arbeitsabläufe. Da aber manche Arbeiten, wie z.B. Schmieden, Walzen oder Ziehen, auch im Stehen und mit einem hohen Kraftaufwand ausgeführt werden müssen, ist ein gewisses Maß an körperlicher Fitness ebenfalls erforderlich. Die vielfach noch mit einem Mundlötrohr ausgeführten Lötarbeiten setzen außerdem eine gute Lungenfunktion voraus, für das Erhitzen größerer Werkstücke wie auch für Schmelzarbeiten wird jedoch eher eine Lötpistole nach dem Bunsenbrennerprinzip oder mit Druckluftzuführung bevorzugt. Für höherschmelzende Metalle wird auch Propan-Sauerstoff verwendet. Seit etwa 1975 gibt es handliche Hydrozongeräte (<<Laserschweißgeräte eingesetzt. Durch diese Technologie sind viele Arbeiten möglich geworden, die bis dahin durch die hohen Wärmeleitwerte und die Temperaturempfindlichkeit vieler Schmuckbestandteile unmöglich waren. Seit dem Jahrtausendwechsel beginnen sich sehr langsam auch in den Handwerksbetrieben der Goldschmiede CAD-Techniken, sowie Rapid-Prototyping-Verfahren durchzusetzen. Dies geht einher mit der Professionalisierung der Gusstechnologie, die es heute möglich macht, Schmuckstücke aus Edelmetall mit Genauigkeiten im My-Bereich zu erzeugen.

Rein handwerklich unterscheidet man den Goldschmied, dessen Schwerpunkt nach Ausbildung und Tätigkeit bei der Gestaltung und Herstellung von Schmuck liegt, vom Silberschmied, der aus den oben genannten Materialien sakrales Gerät und profanes Gerät in Form von Gefäßen und Essbestecken herstellt. Wer heute in einem der beiden Berufe eine Meisterprüfung ablegt, führt den Titel Gold- oder Silberschmiedemeister/in - was nach aktueller Gesetzesänderung aber nicht mehr erforderlich ist, um einen Gold- oder Silberschmiedebetrieb zu führen. Mit der Novellierung der Handwerksordnung zum 1. Januar 2004 wurde das Goldschmiedehandwerk aus dem Bereich der zulassungspflichtigen Handwerke der Anlage A zur HwO herausgenommen und dem Bereich der zulassungsfreien Handwerke (Anlage B1 zur HwO) zugeordnet. Dies geschah von Regierungsseite unbeachtet der Tatsache, dass Gold-u. Silberschmiede auch mit äußerst gefährlichen Giften umgehen müssen ( z.B. Zyanide, Schwefelsäure, Salpertersäure usw).

In der Liste der Schutzpatrone wird Eligius aufgeführt. Gepflegt wird sein Andenken in der bundesweit organisierten Eligius-Gilde.

Historische Entwicklung


thumb|''Der Goldschmied'' aus [[Jost Ammans Ständebuch, 1568]]
thumb|Goldschmiedewerkstatt um 1830

Über die Jahrhunderte betrachtet haben sich aus dem Goldschmiedeberuf neue Berufsfelder herausentwickelt:

Goldschmiede | historische Persönlichkeiten (Auswahl)


Im europäischen Kulturraum sind nur wenige Goldschmiede aus dem frühen Mittelalter (vor 1000 n. Chr.) namentlich bekannt. Zu ihnen gehören Aligernus (Italien, 10. Jh.), Altmar (altnordisch, Dänemark), Billfrith (Bilfrid, England 8. Jh.), Brithnodus (England, 10. Jh.), Eligius (Frankreich, 7. Jh), Ello und Undiho (Burgund, 8. Jh.), Gozbertus (9. Jh.), Mabuinus (Frankreich, 6. Jh.), Marius (Schweiz, 6. Jh.), Pacificus (Italien 8. Jh.), Tuotilo (Schweiz 9. Jh.), Turtuinus (fränkisch, 7. Jh.), Vu(o)lvinus (Wolvinus, karolingisch 9. Jh.).

Aus anderen europäischen Regionen sind Goldschmiede erst aus späterer Zeit namentlich bekannt, so aus Belgien und Spanien (ab 11. Jh.), aus den Niederlanden, Polen und Portugal (ab 12. Jh.). Norwegen (ab 14. Jh.), Schweden (ab 15. Jh.). Für die mittelalterlichen Handwerker bzw. Künstler ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass die Zuschreibung Goldschmied nur eine von mehreren Tätigkeitsbereichen (Berufsbezeichnungnen) ist.

Zu den bekannteren Goldschmieden seit der romanischen Zeit (11./12. Jh.) zählen:

Goldschmiedfamilien


Siehe auch


thumb|Deutsches Goldschmiedehaus (Altes Rathaus), Hanau

Literatur


  • Erhard Brepohl: Theorie und Praxis des Goldschmieds. Hanser Fachbuchverlag, 15., erw. Auflage, 2003
  • Jochem Wolters: Der Gold- und Silberschmied. Rühle Diebener Verlag, Stuttgart

Weblinks


Wiktionary|Goldschmied
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Kategorie:Handwerksberuf

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