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Werkstoffprüfung

20.07.2010 @ 14:15, Chris2411,

Die Werkstoffprüfung umfasst verschiedene Prüfverfahren, mit denen das Verhalten und die Werkstoffkenngrößen von normierten Werkstoffproben (Materialanalytik) oder fertigen Bauteilen (Bauteilprüfung) unter mechanischen, thermischen oder chemischen Beanspruchungen ermittelt werden.

Ein Werkstoff wird dabei hinsichtlich seiner Reinheit, Fehlerfreiheit oder Belastbarkeit überprüft. Nach der Art werden die gängigen Prüfverfahren in zwei Hauptbereiche aufgeteilt: zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung. Die auf die Abschätzung der Lebensdauer von Produkten und Werkstoffen gerichteten Prüfungen fallen in das Gebiet der Umweltsimulation.

Geschichte


miniatur|Geschützprüfung im 15. Jahrhundert
Die im Bild dargestellte Geschützprüfung zeigt eine sehr frühe und pragmatische Form der Werkstoffprüfung. Der Werkstoff wurde am fertigen Produkt geprüft. Das zu prüfende Geschützrohr wurde über eine auf einem Pfahl liegende Kugel gestülpt. Hatte das Rohr die Zündung der Pulverladung überstanden, konnte es weiter verwendet werden. In diesem Test musste eine Masse beschleunigt werden, die wesentlich größer ist, als die später zu beschleunigende Kugel.

Zerstörende Werkstoffprüfung


miniatur|moderne biaxiale servohydraulische Prüfmaschine

Bei der zerstörenden Werkstoffprüfung werden gewählte Materialien auf chemische und physikalische Eigenschaften geprüft und hierzu zerstört oder (oberflächlich) verändert.
Die wesentlichen Methoden dieser Prüfungsart sind:

Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung


200px|thumb|Tragbarer Röntgen-Apparat für Werkstoffprüfung.

Bei der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (EN 1330, engl. lang|en|non-destructive testing, kurz NDT) wird die Qualität eines Werkstücks getestet, ohne das Material selbst zu beschädigen. Hierzu werden verschiedene physikalische Effekte ausgenutzt, die man in zwei Gruppen einteilt: Defektoskopie und Qualimetrie.

Unter den ersten zerstörungsfreien Werkstoffprüfungen waren wohl die Bestimmung der Dichte durch die Verdrängungsmethode nach Archimedes und die Sichtprüfung, d.h. das Betrachten eines Bauteiles auf äußerlich erkennbare MängelBlumenauer, Werkstoffprüfung, 6. Auflage, S. 306. Am häufigsten werden aber darunter Prüfungen auf Bauteilfehler verstanden.

Zu den klassischen zerstörungsfreien Werkstoffprüfungen zählen:

Die Verfahren lassen sich bezüglich des Defektortes gruppieren in

1. Volumenorientierte Verfahren:

2. Oberflächenorientierte Verfahren

3. Sonstige Verfahren

Die Angaben in Klammern sind international gebräuchliche Abkürzungen.

Prüforganisationen

Zerstörungsfreie Prüfungen werden von den unterschiedlichsten Einrichtungen, sei es Wissenschaftliche Institute oder auch von Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA oder Bureau Veritas vorgenommen.

Weblinks


Normenausschuss Materialprüfung

Einzelnachweise


Literatur


  • Gernot Krankenhagen / Horst Laube: Werkstoffprüfung, Von Explosionen, Brüchen und Prüfungen. 1983, rororo, ISBN 3-499-17710-2

ar:اختبار لا إتلافي
Nondestructive testing
es:Ensayo no destructivo
fa:آزمون‌های غیرمخرب
fi:NDT
Contrôle non destructif
he:בדיקות לא הורסות
it:Controllo non distruttivo
ja:非破壊検査
nl:Niet-destructief onderzoek
no:NDT
pt:Ensaio não destrutivo
ru:Неразрушающий контроль
ta:தாக்கமற்ற நுட்பொருள் சோதனை
tr:Tahribatsız muayene
uk:Неруйнівний контроль
vi:Kiểm tra không phá hủy

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